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Berufliche Balance

Ja, zu aller erst liegt es in unserer eigenen Hand, auf unsere Gesundheit zu achten, Hinweise oder Warnzeichen des Körpers ernst zu nehmen. Gerade sensitiv hochbegabte Menschen haben sehr feine Antennen für diese Wahrnehmungen, bei sich selbst und auch bei anderen.  Wenngleich auch viele HSP dazu tendieren, wegen ihres ausgeprägten Pflichtgefühls die eigenen Befindlichkeiten anderen Anforderungen unterzuordnen.

Doch eine wachsende Zahl von Arbeitgebern ist bereits für dieses Thema sensibilisiert und auch die Wertschätzung der sogenannten Softskills erfährt eine neue Qualität.

 

Arbeitszeitverdichtung

Die Arbeitsbelastungen wachsen stetig, und es liegt im Interesse sowohl der Unternehmen als auch der Arbeitnehmenden resp. Selbständigen, einen guten Umgang mit dem täglichen Pensum zu finden.

 

Mehr als die Hälfte (61%) der Befragten gibt an, manchmal (38%) bis häufig (23%) gestresst zu sein, dieses Ergebnis befremdet heute niemanden mehr. Mehr als ein Drittel der Männer und fast die Hälfte der Frauen nennen hohe Ansprüche an sich selbst als Auslöser dafür.

Auch das dürfte vielen Hochsensiblen sehr vertraut vorkommen

  • hohe Ansprüche an sich selbst
  • Gewissenhaftigkeit & Pflichtbewusstsein
  • Neigung zu Stresskrankheiten  durch
  • Dauerstress

sind quasi "typische Markenzeichen" der Feinfühligen.

    

„Ich war am Ende so ausgelaugt – auch zwischenmenschlich,

dass ich nichts mehr mit mir anzufangen wusste.“

Zitat einer Assistenzärztin [Quelle: "Burnout in der Gesundheitsbranche", ARD]

 

 

Einer Studie des Bündnis Junger Ärzte zufolge gaben 70% der teilnehmenden jungen Mediziner an, bereits zu Beginn ihrer Berufslaufbahn Anzeichen eines Burnouts zu spüren. Und 22% gaben zu, Medikamente einzunehmen, um den Stress auszuhalten.  

Denn häufig sind es gerade die empathischen, hochsensiblen Menschen, die sich in helfenden Berufen engagieren, und die deutlich stärker unter dem psychosozialen Stress leiden, der den Arbeitsalltag in diesen Branchen bestimmt.

 

„Um die Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten
brauchen wir Ärzte, die selber gesund sind,
sonst arbeiten wir nicht nachhaltig.“

sagt K. Schulte vom Bündnis Junger Ärzte [Quelle: ARD]

 

 

 

 

Es ist die große Reizoffenheit feinfühliger Menschen, die ihren Stresspegel schneller ansteigen lässt, und der aufgrund immer neuer Eindrücke nur sehr langsam wieder sinkt oder sogar immer wieder neu ansteigt, noch bevor das Adrenalin im Körper vollständig abgebaut werden konnte. Die daraus resultierende Ausschüttung des Dauerstress-Hormons Cortisol versetzt Hochsensible dann in eine Art permanenter Alarmbereitschaft und verstärkt so die Anfälligkeit für Krankheiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zahlen-Daten-Fakten

Seit 2010 hat sich der Krankenstand in Unternehmen mehr als verdoppelt: ca. 13 Mio. Menschen fallen jedes Jahr aus –  alleine stressbedingt.

Besonders betroffen vom hohen psychosozialen Stress sind Mitarbeitende im Gesundheits-, Erziehungs- und Sicherheitswesen, also Beschäftigte, die viel mit anderen Menschen zu tun haben.

 

Ein Beispiel:

Entstehende Kosten durch Burnout pro Jahr:

Krankheitskosten            ca. 44 Mrd. €
Produktivitätsausfall       ca.  12 Mrd. €

Wenn Arbeitnehmende trotz bereits erhöhter Belastung weiterhin versuchen ihrer Arbeit nachzugehen, liegen die Kosten für Arbeitgeber sogar noch deutlich höher. Oft sind sich beide Seiten der Folgen der Arbeitszeitverdichtung jedoch nicht bewusst.

Viele gehen krank zur Arbeit – aus reinem Pflichtbewusstsein.
Sei es

  • um die Kollegen nicht noch weiter zu belasten (37%)
    oder schlicht,
  • weil die Arbeit sonst liegenbleiben würde (36%)
Kosten, die den Unternehmen hierdurch entstehen, liegen jährlich bei über 300 Mrd. € !   

[Quellen: destatis, YouGov, BAuA 2017]

 

 

 

Gesundheitsprävention

Viele große Arbeitgeber setzen bereits auf Gesundheitsprävention, mit Maßnahmen wie ergonomischen Arbeitsplätzen, Sportprogrammen oder bezahlten Auszeiten. Kleinere Unternehmen bekommen dafür Unterstützung durch Krankenkassen und Sportvereine.

Die Zeiten, in denen Stress/Burnout belächelt wurden, sind vorbei. Mitarbeitende sollen sich in ihrem Job und in ihrer Haut wohlfühlen, d.h. sie sollen gern zur Arbeit kommen, weil sie nur so auch gute Arbeit leisten können, lautet die neue Ausrichtung immer mehr werdender Unternehmen.

 

 


 

Expertin plädiert für einen Paradigmenwechsel in der Arbeitswelt: 

"Die Vorstellung von Hochsensibilität als Schwäche und geringer Belastbarkeit ist nicht länger haltbar und sollte abgelöst werden durch eine ressourcen- und stärkenbasierte Sichtweise.

Um das hochsensible Potenzial nutzbar zu machen, braucht es geschulte Personalverantwortliche, die sich im Thema weitergebildet haben und in der Lage sind, die Sensibilität ihrer Mitarbeitenden zu erkennen und gezielt einzusetzen."  [aus: B. Schorr, Hochsensible im Beruf]  

 

 


 

Nachdem also immer mehr Details rund um die hochsensiblen Wahrnehmungsmöglichkeiten bekannt und auch benannt sind, geht es jetzt darum, sich der sensitiven Hochbegabung zu öffnen, und sie als stille Ressource der Gesellschaft neu einzuschätzen.

Die komplexe Wahrnehmung hochsensibler Personen begünstigt ihre ausgeprägte Intuition 

  • eine wertvolle Fähigkeit Vorzeichen/ungünstige Entwicklungen rechtzeitig wahrzunehmen
  • diese besondere Art sich Menschen, Dingen oder Projekten aufmerksam zuwenden zu können 
  • als zwischenmenschlicher 'Seismograf' im Kontakt mit Auftraggeber*innen, Kunden, Gästen, Patient*innen, unter Mitschüler*innen oder im Kollegium 
  • und als Beitrag zur Umsetzung einer wertschätzenden Unternehmenskultur

 

Wenn wir es also schaffen, unseren Umgang mit Stress und uns selbst besser auszubalancieren, ist bereits ein enorm großer Schritt getan. Und gleichzeitig ist es ein Aspekt, den wir wirklich selbst in der Hand haben!

Und wenn wir wissen, wie wir unser Stresshormon-Cocktail wieder ausbalancieren können, und wir entspannt und gelassen sind, haben wir wieder ungehinderten Zugriff auf unsere innere Stärke, auf unsere Intuition. Gelingt es uns, die feinen Signale ernst zu nehmen, kann das der Weg zu innerer Zufriedenheit sein. 

 

Die größte Entscheidung deines Lebens liegt darin,
dass du dein Leben ändern kannst, indem du deine Geisteshaltung änderst.

(Albert Schweitzer)

 

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